15. Februar 2018

15 Selfcare Ideen + Freebies

15. Februar 2018
Selfcare. Höre ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis um, so verstehen die meisten darunter eines: Körperpflege. Ein toller Duft, ein Besuch bei der Kosmetikerin oder ein Besuch im Spa. Alles tolle Dinge, die mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass wir uns (temporär) wohler in unserer Haut fühlen. Aber das ist nicht das, was ich unter dem Begriff verstehe.

Ich verstehe unter Selfcare "das Kümmern um sich selbst" (im Deutschen gibt es den Begriff "Selbstfürsorge", aber den mag ich nicht sonderlich, also bleibe ich bei Selfcare, einfach weil ich das Wort mag). Natürlich hat das auch irgendwie etwas mit all dem zutun, was meine Freunde und Bekannten meinen. Aber ich meine mehr damit: Selfcare bedeutet für mich, ein achtsamerer und gesünderer Umgang mit mir selbst. Dinge, die ich tun kann, um mich selbst wohler zu fühlen. Kurz um: Alles, was mir dabei hilft, entspannter zu werden, mehr Rücksicht auf mich selbst zu nehmen und achtsamer mit mir und meinen Bedürfnissen umzugehen.

Als ich darüber nachdachte, einen Post zum Thema "Selfcare" zu schreiben, wurde mir schnell klar, dass Selfcare für jeden etwas anderes bedeuten kann. Ich verstehe unter Selfcare beispielsweise ein aufgeräumtes, gemütliches Zuhause, auf das ich mich freue, wenn ich unterwegs bin, oder meine kleinen Rituale, die ich in meinen Alltag eingebaut habe und die mir dabei helfen, immer wieder - wenn es auch nur kurz ist - Zeit für mich zu haben (z.B. meinen Nachmittagskaffee, den ich in aller Ruhe trinke und mich dabei auch nicht stören lasse, auch nicht von Herrn Otto).
Bei näherer Betrachtung ergab sich jedoch, dass viele Ideen, die auf meiner persönlichen Selfcare-Liste stehen, durchaus auf andere übertragbar sind  - und sei es nur als Inspiration, um über eine eigene Selfcare-Liste nachzudenken. Manches ist ganz einfach in die Tat umzusetzen, anderes braucht etwas Zeit und das ein oder andere erfordert ein Umdenken und kostet vielleicht etwas Überwindung (hängen wir nicht alle irgendwie an festgefahrenen Strukturen, auch wenn sie nicht gut für uns sind?!). Aber jede einzelne Idee kann dabei helfen, ein wenig mehr auf sich selbst zu achten, sich mehr um das eigene Wohlbefinden zu kümmern und sich selbst wertzuschätzen.


15 Selfcare-Ideen

(Die Reihenfolge ist beliebig und nicht wertend.)

1. Genieße die kleinen Momente

Es ist einfach, unser Augenmerk immer auf die großen Momente im Leben zu richten und auf das große Glück zu warten. Aber es sind nur selten diese großen Momente, die uns wirklich nachhaltig glücklich machen; mal ganz davon abgesehen: Was passiert, wenn diese großen Momente nie eintreten, das große Glück ausbleibt? Wie sieht das alltägliche Leben dann aus? Macht das nicht unzufrieden?
Es gibt jeden Tag diese kleinen Momente, die ganz still und leise daherkommen, die unsere Zufriedenheit ausmachen, wenn wir sie nur wahrnehmen: der frische Kaffee am frühen Morgen, eine herzliche Umarmung, ein ehrliches Lächeln, eine sanfte Berührung, ein netter Plausch mit den Nachbarn (Kollegen, einer Verkäuferin etc.), die Sonne, die auf der Nase kitzelt, eine heiße Dusche nach einem heftigen Regenschauer...
Und dazu passend gleich ein weiterer Tipp: Nimm Dir - wenn möglich - jeden Tag Zeit und notiere Dir die schönen Momente des Tages. Wenn es Dir mal schlechter geht, dann sind diese Erinnerungen Gold wert, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

2. Schenke jemandem Deine ungeteilte Aufmerksamkeit, Deine Zeit

Indem wir jemand anderem unsere ungeteilte Aufmerksamkeit (kein Handy, keine Ablenkungen sonstiger Art) und Zeit schenken, z.B. indem wir einfach aufmerksam zuhören, machst Du den anderen glücklich, denn Du bringst ihm (oder ihr) Deine Wertschätzung entgegen und die Person fühlt sich wirklich wahrgenommen. Das ist - leider! - etwas Seltenes heutzutage, in einem Leben, indem wir alle irgendwie ständig kommunizieren, aber dennoch nichts sagen und einfach aneinander vorbeirauschen, weil wir ständig auf dem Sprung sind. Und falls  Du Dich jetzt fragst, was das mit Selfcare zu tun hat, ganz einfach: Jemand anderen glücklich zu machen, macht einen selbst ebenfalls glücklich.

3. Verbringe Zeit mit den "richtigen" Menschen

Dieser Punkt schließt an den vorherigen an. Denn aus eigener (schmerzvoller) Erfahrung kann ich sagen: Wenn Du Dich mit den falschen Menschen umgibst und ihnen Deine Aufmerksamkeit und Zeit schenkst, sie das aber schamlos ausnutzen, dann sind sie vielleicht glücklich, aber Du nicht. Jede Beziehung (ganz gleich, ob mit einem Partner, Freund, Kollegen...) besteht aus einem Geben und Nehmen; gesunde Beziehungen basieren darauf, dass man sich umeinander kümmert, einander fördert, füreinander da ist und sich wirklich für den anderen und sein Leben, seine Bedürfnisse interessiert - und das alles, ohne etwas zu fordern. Ist all das nicht gegeben, so wird uns diese Beziehung auf Dauer nicht glücklich machen. Siehe dazu auch diesen Post.

4. Lebe im Hier und Jetzt

Mein ungewollter Leitspruch war immer: "Warum das Hier und Jetzt genießen, wenn ich mir Sorgen um die Zukunft machen kann?!" Bescheuert, oder? Und noch schlimmer: Sorgte ich mich nicht um die Zukunft, so hing ich mit meinen Gedanken viel zu oft in der Vergangenheit. Ganz ehrlich: Beides ist sinnlos. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern, nur aus ihr lernen (z.B. die gleichen Fehler nicht noch einmal machen), und die Zukunft nur in einem bedingten Maße beeinflussen. Deine Gegenwart, Dein Hier und Jetzt kannst Du aber aktiv gestalten. Du kannst entscheiden, was Du machst, wie Du mit etwas umgehst und wie Du Dich fühlen möchtest. Im Hier und Jetzt ist vielleicht nicht immer alles toll (ein meckernder Chef, ein quengelndes Kind - oder in meinem Fall: ein Rottweiler), aber Du hast im Hier und Jetzt die Möglichkeit, das Beste daraus zu machen.

5. Nimm Dir Zeit für Dich

Ganz gleich, wie stressig Dein Alltag ist, es ist unheimlich wichtig, Dir Zeit für Dich zu nehmen. Es spielt keine Rolle, ob Du es schaffst, Dir täglich Zeit für Dich nehmen oder wie viel Zeit es ist, wichtig ist nur, dass Du sie Dir auch wirklich regelmäßig nimmst (keine Ausreden!). Denn damit zeigst Du Dir selbst, dass Du Dir selber wichtig bist.

6. Schreibe Morgenseiten

Wieso, weshalb, warum - und was ist das überhaupt? Das erfährst Du HIER.

7. Trinke jeden Morgen ein Glas Wasser

Diesen Tipp bekam ich vor Jahren von meinem Arzt. Ich kann nicht erklären, warum, wieso, weshalb es gut sein soll, aber ich kann bestätigen, dass es so ist. Probier's einfach mal aus.


8. Lass' los

Um es gleich vorweg zu sagen: Wäre "loslassen" ein Wettbewerb, käme ich nur schwerlich in die Top-Ten. Aber: Vor ein paar Jahren wäre ich noch nicht mal unter die ersten 50 gekommen. Ich habe gelernt, loszulassen - oder sagen wir es so: ich lerne kontinuierlich weiter und arbeite an mir. 
Loslassen kann vieles bedeuten: Dinge, Erinnerungen, Einstellungen, Gedanken, Gefühle usw. und um es kurz zu halten: Das Thema "loslassen" hier, in diesen Post, ausführlich zu behandeln, ist nicht möglich und würde dem Thema nicht gerecht (zu diesem Thema arbeite ich gerade an einer eigenen Postreihe). Aber eines kann ich sagen: Loslassen kann man lernen. In kleinen Schritten, aber man wird besser und besser. Eine sehr gute Möglickeit, um sich darin zu üben (bevor man sich an die "dicken Brocken" wie Gedanken oder Gefühle wagt), ist sich von "Überflüssigem" zu trennen, z.B. von Kleidung oder den (gefühlt) 1.000 supertollen Tassen (oder was auch immer man im Überfluss besitzt), die im Schrank stehen, von denen man aber immer nur 2 wirklich verwendet.

9. Akzeptiere Dinge, wie sie sind

Manche Dinge, Situationen, Menschen etc. lassen sich nicht ändern; das Wetter zum Beispiel. Sich darüber aufzuregen, dass das Wetter schon wieder seinen eigenen Kopf hat und so gar nicht an Deine Pläne denkt, ist sinnlos. Du kannst es nicht ändern. Akzeptiere es einfach und mach das Beste draus (Der geplante Ausflug fällt ins Wasser? Na, und? Dann machst Du es Dir Zuhause richtig schön.)  Ich habe es schon einmal geschrieben und wiederhole mich an dieser Stelle gerne: Akzeptanz bedeutet nicht, dass ich etwas gutheiße, sondern lediglich das ich akzeptiere, dass es Dinge (und Menschen!) gibt, die ich nicht ändern kann. Das Einzige, was ich ändern kann, ist wie ich damit (oder mit ihnen) umgehe.

10. Mach' ab und an mal Digital Detox

Etwas, das ich selbst erst letztes Jahr für mich entdeckt habe, und seitdem regelmäßig mache (siehe HIER). Im Grunde bedeutet es, sich eine kleine Auszeit vom Leben 2.0 zu gönnen. So toll Instagram und Co. auch sind, manchmal sind sie echte Zeiträuber und tun uns nicht gut. Also gönn' Dir ab und an einfach eine Pause davon - und sei es erst einmal nur eine Stunde am Tag.

11. Geh' achtsam mit Dir um (sei nett zu Dir)

Achtsam mit sich selbst umzugehen, das kann im Einzelnen vieles bedeuten, z.B. auf den eigenen Körper hören: Wenn Du Dich nicht wohlfühlst und eine Pause brauchst, dann nimm Dir die Zeit. Es kann aber auch bedeuten, dass Du eigene Grenzen zu den Bedürfnissen anderer ziehen musst, die den anderen vielleicht nicht immer gefallen, aber für Dich wichtig sind. Du fühlst Dich in der Nähe eines bestimmten Menschen nicht wohl, nimm ein wenig Abstand (wörtlich und im übertragenen Sinne) und hinterfrage Dein Gefühl (unterschätze niemals Deine eigene Intuition).
Oftmals bedeutet der achtsame Umgang mit sich selbst auch einfach, netter und freundlicher zu sich selbst zu sein. Statt sich selbst mit einem Maß zu messen, das wir an andere nie anlegen würden, statt sich selbst ständig zu verurteilen (weil XY mal wieder nicht geklappt hat) oder zu überfordern, könnten wie uns auch einfach mal so behandeln, wie wir die Menschen behandeln, die wir lieben: liebevoll, freundlich und wohlwollend.

12. Genieße das, was Du hast

Wenn wir stets nur darauf bedacht sind, was wir nicht haben, dann verlieren wir den Blick für das, was wir haben - und das bedeutet letztendlich: wir sind konstant unzufrieden. Und wer möchte das schon? Ich jedenfalls nicht. Klar, wünsche auch ich mir bestimmte Dinge für mein Leben, aber ich richte meinen Blick nicht konstant auf das, was mir fehlt, sondern bin glücklich und zufrieden mit dem, was ich habe. Das bedeutet nicht, dass ich träge werde und keine Wünsche mehr habe, sondern nur, dass ich von den Dingen (oder auch Fähigkeiten etc.), die ich (möglicherweise noch) nicht habe, mein Glück und meine Zufriedenheit im Hier und Jetzt abhängig mache. Ich freue mich auf das, was ich noch erreichen, besitzen, was auch immer, werde, aber mein Streben danach bestimmt nicht meine Zufriedenheit. Das ist der Unterschied.

13. Räum auf, miste aus

Wann immer es zu chaotisch zu geht in meinem Kopf (oder Leben), räume ich auf oder miste aus. Und das muss dann nicht gleich die ganze Wohnung sein, sondern es reicht schon aus, sich ein Regal, eine Schublade, eine Kiste auszusuchen, um zu beginnen. Aufräumen und Ausmisten kann fast schon eine therapeutische Wirkung haben: sie kann erholsam und beruhigend wirken. Und einen wunderbaren Nebeneffekt hat diese Art der äußeren Ordnung auch: innere Klarheit. 

14. Sag' nein

Ich weiß, "nein sagen" ist nicht immer leicht oder sagen wir: Manchmal sogar ziemlich hart. Wir möchten es anderen recht machen, niemandem vor den Kopf stoßen, haben vielleicht sogar Angst, dass ein "Nein" unangenehme Folgen hat. Was auch immer der Grund sein mag, warum Dir "nein sagen" schwerfällt, es ist wichtig, dass wir es tun, besonders dann, wenn ein "Ja" uns zu viel "kostet" (Zeit, Energie, Nerven, manchmal auch Geld etc.).
Ich war auch nie sonderlich gut darin, ein klares "Nein" auszusprechen. Aber irgendwann wurde es zu viel und ich habe die Perspektive geändert: Ein "Nein" zu etwas, das ich nicht möchte, bedeutet letztlich ein großes "Ja" zu mir und meinen Bedürfnissen. Dieser Perspektivwechsel veränderte alles, ich dachte plötzlich viel mehr darüber nach, warum ich zu manchen Dingen bzw. Personen nicht "nein" sagen konnte. Mit der Zeit wurde besser darin, "nein" zu sagen. Die konstante Übung macht den Unterschied aus. Warum also nicht im Kleinen beginnen, es muss ja nicht direkt das "große Nein" sein. Ein Beispiel: So könntest Du z.B. einfach die nächste Einladung (zu was auch immer) ablehnen, wenn Dir so gar nicht danach ist. Diese kleinen "Neins" machen einen gewaltigen Unterschied, Du wirst es merken.

15. Mach' (kleine) Pausen

Das klingt so banal, ich weiß; ist es aber ganz und gar nicht. Denn ich spreche hier nicht, von der 30 Sekundenpause, in der Du mal eben nebenbei ganz schnell einen Kaffee (Tee oder was auch immer) nippst. Ich meine: eine echte Pause, die Du für Dich nutzt und nicht als "Ausrede" Dir selbst gegenüber, um doch irgendwie mit etwas anderem weiterzumachen. Wichtig ist, dass Du alles beiseitelässt und Dich nur auf Dich konzentrierst. Eine Runde um den Block, in Ruhe einen Kaffee trinken (ohne dabei Instagram oder Emails zu checken). Zeit für Dich, Deine Gedanken, Zeit zum Durchatmen - still und ganz bei Dir.

Freebies

Und als kleine Erinnerungshilfe kannst Du Dir die beiden Poster herunterladen:

Poster "Nimm Dir Zeit für Dich" - Download HIER

Poster "Take care of yourself" - Download HIER


Blogparade

Dieser Post in mein Beitrag zur Blogparade "Alles neu macht der Frühling: Mein Tipp für ein ordentlicheres 2018" von Sunray von The organized Cardigan, Sabine von Ordnungsliebe und Anita von Rosanisiert.

Und falls Ihr Euch nun fragt, was Selfcare-Tipps mit Ordnung gemeinsam hat? Ganz einfach: Für mich gibt es zwei Arten von Ordnung, die zur Zufriedenheit führen: die äußere Ordnung (z.B. ein augeräumtes Zuhause) und die innere Ordnung. Selfcare ist für mich ein elementarer Bestandteil meiner inneren Ordnung, meiner Ausgeglichenheit. Fühle ich mich wohl mit mir selbst, so kann ich mich auch besser um mein "Außen" kümmern.


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14. Februar 2018

Capsule Wardrobe: Mein Weg

14. Februar 2018
Als ich, es ist Jahre her, das erste Mal von dem Konzept "Capsule Wardorbe" hörte, sprach mich das so gar nicht an. Und das nicht aus dem Grund, dass ich Shopping liebe (das Gegenteil trifft eher zu) und ständig neue Kleidung haben möchte (will ich gar nicht). Sondern weil ich mir einfach keine Gedanken um meine Kleidung machen und schon gar keinen "Plan" für meine Kleidung erstellen wollte. Mir erschien das Konzept einfach zu kompliziert und außerdem zu reglementiert, etwas was ich nicht sonderlich mag.
Heute habe ich eine Capsule Wardrobe und bin glücklich damit. Was hat sich geändert? Zum einen mein Leben und somit auch ich, zum anderen mein Blick auf meine Kleidung. Ich entdeckte die Blogs Un-Fancy und Anuschka Rees (damals: into-mind) und wurde neugieriger. Dann lernte ich die wunderbare Sunray (The organized Cardigan) kennen und bekam einen noch tieferen Einblick in das Konzept "Capsule Wardrobe". Ich stellte fest, dass ich im Grunde schon so etwas wie eine Capsule Wardrobe besaß: Lieblingsteile, die beliebig miteinander kombinierbar sind und die ich immerzu trage. Der Rest war Makulatur.

Und so dachte ich zum ersten Mal wirklich über meine Kleidung nach. Mir ging es nicht anders als vielen anderen: Mein Kleiderschrank war randvoll, aber dennoch hatte ich nichts anzuziehen. Oder sagen wir es anders: Ich wollte das meiste davon gar nicht anziehen. Der Großteil meines Kleiderschrankes gehörte zu einer Person, die ich nicht sein wollte, und zu einem Leben, das ich nicht führen wollte. Diese Erkenntnis kam plötzlich, vollkommen ungeplant, aber war unfassbar befreiend. 


MEIN WEG

Ich erstellte ein Moodboard (später folgten für einzelne Styles noch weitere), nutze einen Capsule Wardrobe-Planer und sortierte daraufhin rigoros  all die Kleidung aus, die nicht zu meinem Leben passte. Hierbei  habe ich mich vor allem auf mein Bauchgefühl verlassen und mich nicht von dem "das-muss-man-aber-besitzen"-Gedanken irritieren lassen.

Ich habe alles, wirklich alles aus dem Schrank, den Kommoden, Kisten etc. geholt und Stück für Stück betrachtet. Ich habe drei Stapel angelegt: "Müll", "vielleicht" und "darf bleiben"; ein Stapel kam noch ungeplant hinzu: "Erinnerungen" (dazu gleich mehr). 
Alles, was verwaschen, kaputt oder nicht mehr passte, landete sofort auf dem "Müllstapel". Jedes andere Teil habe ich mir in Ruhe angesehen, mein Moodboard und meinen Planer immer im Auge, und dann entschieden, ob ich es behalte. Alles, was ich behalten wollte, habe ich aufs Bett gelegt und immer wieder miteinander kombiniert (und Fotos gemacht), nur um sicher zu gehen, dass auch wirklich alles die Capsule Wardrobe ergibt, die ich haben wollte. Am Ende unterteilte ich alles, was geblieben ist, noch in drei Stapel: 

  1. Basics für das ganze Jahr 
  2. Hunderundekleidung (ebenfalls unterteilt in Jahreszeiten)
  3. Jahreszeiten

Die Ganzjahresbasics und die Hunderundekleidung wanderte zurück in den Kleiderschrank (nach Kategorien sortiert) und der Rest für die einzelnen Jahreszeiten wurde in Kisten verstaut.

Zuletzt widmete ich mich dem "Erinnerungsstapel", der schwierigste Teil des ganzen Wochenendes - und definitiv etwas für einen eigenen Post. Jetzt nur kurz vorweg: Ich schaffte es an diesem Wochenende, den Stapel, der aus gut 28 Stücken bestand, um ca. die Hälfte zu reduzieren, der Rest folgte später...

So dezimierte sich der Inhalt meines Kleiderschrankes langsam und am Ende des Wochenende um 80%., das bedeutet in Kleiderspendesäcken ausgedrückt: 32 große Säcke randvoll mit Kleidung, die ich nicht wollte, nicht brauchte und zum Großteil noch nie getragen hatte. All das habe ich gespendet (so wie den Großteil unseres Hausstands, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Post) und es tat so gut!

Der Blick in meinen Kleiderschrank machte mich glücklich. Alles war übersichtlich, alles war aufgeräumt und vor allem: alles entsprach meinem Leben, meinem Stil und mir. Es fehlten zwar noch ein einige Teile, aber ich freute mich darauf, weiter an meiner Capsule Wardrobe zu basteln (ca. ein halbes Jahr brauchte ich, bis ich nahezu alle Teile zusammen hatte). 

Mit dem Problem kommt die Lösung

Wie gesagt: Das Aussortieren ging schnell (wie bereits erwähnt: ein Wochenende), das Spenden der Kleidung allerdings nicht. Da standen nun all diese Säcke (im Weg rum!!!) und ich musste mich mit ihnen auseinandersetzen. Ich wollte all das, was darin war, nicht mehr, aber die Trennung viel mir dennoch schwer. Zwei Gedanken hinderten mich daran, die Säcke wegzubringen:

- Was ist wenn du XY doch mal brauchst?!
- Vieles davon war echt teuer, das "entsorgt" man doch nicht! 

Es war frustrierend. Wie gesagt: Der Blick in meinen Kleiderschrank machte mich glücklich, aber diese beiden Gedanken nagten an mir. Ich war der Verzweiflung nahe, aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich laut zu mir sagte:

Ja, ich habe viel Geld für den Pulli, die Hose etc. ausgegeben, aber das Geld ist weg und kommt auch nicht mehr wieder. Und nein, ich brauche kein Abendkleid, keine 10 Blazer, keine 5 schicken Hosen, keine 8 Blusen etc., ich trage sie nicht und werde sie auch nicht tragen. Es nutzt also überhaupt nichts, wenn ich all das behalte. Es belastet mich und das kann ich nicht gebrauchen. Alles kommt jetzt weg!

Gesagt, getan. Ich packte unsere Autos voll und wir brachten alles (in drei Fuhren) zur Kleiderspende. Die ersten zwei Stunden danach fühlte ich mich großartig (tapfer und mutig), die nächsten drei Stunden quälten mich die beiden Gedanken wieder - und die Frage: Habe ich jetzt doch etwas "entsorgt", das mir fehlen wird? Zwei Tage ging das so. Aber am dritten Tag ging es mir besser, warum kann ich nicht sagen, es war einfach so. Und ja, es gibt ein paar wenige Teile, die ich vielleicht hätte behalten sollen, sie fehlen mir. Nicht weil ich sie brauche, sondern aus Sentimentalität. Aber das belastet mich nicht weiter. Ich schaue nicht zurück, ich schaue nach vorne. Und mit Freude in meinen Kleiderschrank.

Mach Dir Deine eigenen Regeln

Ich muss gestehen, dass meine Capsule Wardrobe sicherlich kein Paradebeispiel ist, denn an fast alle "Regeln", die es so gibt, habe ich mich nicht gehalten. Zwei Beispiele:
-Ich habe nicht 33 Teile pro Saison, sondern habe einen Grundstock an Basics, die ich mit in jede Saison nehme (z.B. weiße Longsleeves) und dann mit anderen Stücken kombiniere.
- Basics, die man haben muss, habe ich nicht, ganz einfach aus dem Grund, dass ich sie nicht brauche. Ein Beispiel: das kleine Schwarze, DAS Kleid für jede Gelegenheit. Also ich habe diese Gelegenheit nicht (bzw. vermeide sie), also muss das auch nicht in meinem Schrank hängen.

Bei dem "Aufbau" meiner Capsule Wardrobe war für mich nur eines wichtig: Dass sie zu meinem Leben, meinem Stil und mir passt - ich möchte mich wohlfühlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie meine Capsule Wardrobe heute aussieht, zeige ich Euch dann in den nächsten Beiträgen.


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9. Februar 2018

moments VII

9. Februar 2018
Ich habe schon nicht mehr damit gerechnet, aber der Winter ist zurück. Sonnenschein, klirrende Kälte und glitzernde Schneelandschaften: So zeigt sich momentan unsere kleine Stadt im Grünen. Ein Traum! Otto und ich haben viel Spaß auf unseren Hunderunden und mein Herz hüpft ein weniger schneller, wenn ich Otto im Schnee beobachte und sehe, wie glücklich und entspannt er ist.



Neben der unerwarteten Rückkehr des Winters gab es noch weitere schöne Momente in den vergangenen Tagen, die ich heute mit Euch teilen möchte. 

Für alle, die neu hier sind: Jeden Tag notiere ich mir die schönsten Momente, die kleinen Freuden des Tages. Ganz gleich wie klein und unbedeutend sie mir (oder auch anderen) manchmal erscheinen mögen, im Rückblick sind es genau diese Momente, genau diese kleinen Freuden und Dinge des Alltags, die mich wirklich glücklich machen. Das schriftliche (oder manchmal auch bildliche) Festhalten dieser Momente und das spätere Erinnern daran ist wie ein kleiner Gute-Laune-Booster und irgendwie auch mein Realitätsanker, der mir gerade in nicht so guten Zeiten zeigt, wie schön mein Leben ist, wenn ich es nur „richtig“ betrachte, nämlich mit meinen Augen, nicht mit den Augen anderer. Und auf moments of mine sammel und dokumentiere ich viele dieser Momente und teile sie mit Euch.

// warmer Apfelstrudel - perfekt nach einer Hunderunde im Winter
// endlich wieder Licht in der Wohnung - Hallo Sonne!
// die Kamera hin und wieder selbst in die Hand nehmen zu können; ich vermisse das Fotografieren sehr (zur Erklärung: Ich habe eine chronische Arthritis in beiden Händen, was es mir oftmals unmöglich macht, Dinge, insbesondere die mit etwas mehr Gewicht, festzuhalten, schon gar nicht über längere Zeit. Je nach Tagesform kann ich gerade so einen Topf von A nach B stellen oder mein Smartphone bedienen. Eine Spiegelreflex über längere Zeit (also mehr als 3 Minuten) in der Hand zu halten und Fotos zu machen ist schwierig für mich; selbst wenn ich es schaffe, sie zu halten, schaffe ich es kaum, keine verwackelten Bilder zu machen. Umso mehr freue ich mich, dass es auch die guten Momente gibt und die nutze ich dann aus.)
// Schnee auf Ottos Nase 
// ein vollkommen überraschendes, von Herzen kommendes Kompliment für Otto und mich - Otto nahm es wie immer locker (er ist sie ja schon gewöhnt) und ich hatte Tränen in den Augen und bin hummerrot angelaufen 
// der perfekt graue Pulli - wenn ich ihn trage, fühle ich mich immer richtig wohl und immer "gut" angezogen
// dieser Shake - jeden Tag nach der großen Hunderunde (zur Erklärung: Otto kommt viermal am Tag raus, zwei kleinere Spaziergänge von je 45 Minuten, ein Spaziergang von einer Stunde und der große Spaziergang von 2-3 Stunden)
// dick eingemummelt im Bett liegen, die Burg im Schnee beobachten und träumen
// ein inspirierendes Gespräch
// ein Überraschungspaket für Otto (und uns) von einer lieben Instagramfreundin
// mein neues Blogdesign ist fast fertig (das eigentlich schon Anfang des Jahres online sein sollte, was aber aus diversen Gründen nicht geklappt hat) - eine kleine Preview: 


Ich bin gespannt: Wie sagt Ihr dazu? Ich finde es wunderhübsch, es entspricht genau meinen Vorstellungen. Allerdings gibts auch ein kleines "aber": Ich habe mich derweil schon sehr an mein "Übergangsdesign" gewöhnt und frage mich nun tatsächlich, ob ich überhaupt wechseln soll. Ich bin wirklich nicht gut darin, mich zu entscheiden. Was denkt Ihr?

Um im WWW:

// diese Blogparade, bei der ich sehr, sehr gerne mitmache
// dieses Bild - Ich liebe lachende Rottweiler
// dieser Artikel - er entspricht genau dem, was ich über diese ganzen "So muss Mininmalismus sein"-Regeln denke: "Leb' nicht das Leben eines anderen, lebe Deins." (siehe dazu auch meine Gedanken über Minimalismus HIER)
3. Februar 2018

Drei gute Gründe für Digital Detox

3. Februar 2018
Letztes Jahr im September startete ich mein kleines "7-Tage-Offline-Projekt" (siehe HIER). Vielleicht erinnert Ihr Euch noch daran, dass ich so meine Schwierigkeiten damit hatte, es aber letztlich für mich erfolgreich mit der Erkenntnis abschließen konnte, dass hin und wieder ein wenig Digital Detox richtig guttut. Und ich nahm mir vor, dass ich nun regelmäßig Pausen vom Leben 2.0 einlegen möchte. 

Das Leben im WWW ist toll, keine Frage. Jederzeit sind Informationen und Inspirationen verfügbar, man hat die Möglichkeit, sich mit wunderbaren Menschen rund um den Globus zu vernetzen und trotz riesiger Distanzen an ihrem Leben teilzuhaben. Das ist alles wunderbar und ich möchte das auf keinen Fall missen. Doch leider neige ich dazu, mich in den Weiten des WWW - mit all seinen Möglichkeiten - zu verlieren ("Stichwort": Konsum statt Genuss) und so geraten das Leben 1.0 und 2.0 schnell aus der Balance.  

Ich vergleiche meinen damaligen Umgang mit dem WWW gerne mit einer Tüte Chips: Ich schaffe es nicht, nur zwei oder drei Chips zu essen, ich esse unkontrolliert (!) die ganze Tüte (und ich glaube, ich bin damit nicht alleine!?). Aus diesem Grund kaufe ich keine Chips mehr. Ganz so weit wollte ich mit dem WWW nicht gehen, schließlich mag ich mein Leben 2.0 sehr gerne. Es musste halt nur ein gesünderer Umgang damit gefunden werden. 

Aus diesem Grund kam das Projekt gerade zum richtigen Zeitpunkt. Und um es kurz zu machen: Es klappt sehr gut. Das Projekt hat mich achtsamer werden lassen, was den Umgang mit der digitalen Welt angeht. Ich habe erkannt, dass eine gute Balance für mich wichtig ist, um beide Leben auch wirklich zu genießen. Mein Smartphone nehme ich nur noch selten am Tag in die Hand und wenn, dann ganz bewusst (nicht mehr so "husch-husch-nebenbei"). Aber das war auch nie so wirklich mein Problem. 

Mein Problem lag eher im Umgang mit meinem Laptop. Das Projekt zeigte mir deutlich, dass ich mich viel zu häufig durch "sinnfreies" Surfen selbst stresste, weil ich das aus den Augen verlor, was ich eigentlich machen musste/sollte/wollte.  Neben dem Stress, den ich mir selbst machte, verlor ich aber auch mich selbst und das, was mir wichtig ist, aus den Augen; meine eigene Kreativität und meine Motivation litten stark darunter. Doch das hat sich geändert. 

Noch während meines Projekts löschte ich konsequent diverse Links zu Webseiten, die mich nicht wirklich glücklich machten und ich erstellte mir meine eigene Art "Feedreader" für die Seiten, die ich wirklich mag und auf denen ich mich ein stückweit wie Zuhause fühle (mir ist das wichtig!). Ich nehme mir heute bewusst Zeit, um diese Seiten zu besuchen und nehme mir Zeit, um sie zu genießen. Und wenn ich mal keine Zeit oder einfach keine Lust habe, dann habe ich heute auch nicht mehr ständig das Gefühl, etwas zu verpassen. Auch lege ich heute einmal pro Monat bewusst eine längere Pause vom Leben 2.0 ein, um mich ausschließlich dem Leben 1.0 zu widmen. Ich vermisse das WWW  dann zwar hin und wieder, aber das ist okay. Ein wenig "Vermissen" hält die Beziehung frisch.  

Digital Detox tut mir gut und diese drei Gründe sind mir dabei besonders wichtig: 

1. Ich bin kreativer und motivierter. - Das WWW sprüht nur so vor Inspirationen, überall prasseln sie auf einen ein. Einerseits ist das eine tolle Sache, anderseits besteht aber auch die Gefahr, die eigene Kreativität zu blockieren. Ich neige zu unnötigen und nicht teilweise absurden Vergleichen (siehe HIER), sodass mir meine eigenen Ideen oftmals zu klein, zu unbedeutend erscheinen oder ich verliere mich in meinen Ideen, wenn zu viel auf mich einwirkt. Durch Digital Detox habe erkannt, dass ich Ruhe und wenig Ablenkung von außen benötige, um kreativ sein zu können. Und das wiederum steigert meine Motivation.

2. Ich bin achtsamer mit mir und meinen Bedürfnissen. - "Eigentlich wollte ich doch..." Diesen Satz habe ich unfassbar häufig verwendet, wenn ich mir meinen Tag im Rückblick so angesehen habe und mich fragte, warum ich mich gestresst fühle, wobei ich doch "so wenig" geschafft habe. Oder ich mich fragte, warum ich schon wieder Kopfschmerzen habe, und ich erkennen musste, dass ich vor lauter surfen wieder einmal vergessen habe, etwas zu trinken (ja, so bin ich, bei Ablenkung vergesse ich sogar zu essen und zu trinken). Da ich mir heute meine Zeit viel besser einteile und bewusst Zeit im Leben 2.0 verbringe, gehe ich achtsamer mit mir und meinen Bedürfnissen um.

3. Ich bin zufriedener und gelassener. - Im Grunde schließt das Punkt 1 und 2 mit ein. Da ich heute bewusster mit dem Leben 2.0 umgehe und Digital Detox in meinen Alltag integriert habe, schaffe ich mehr Zeit, mehr Freiräume für mich. Zu erkennen, dass das Leben 2.0 zwar toll ist, aber nicht immer gut für mich (da wären wir wieder bei den Chips) und etwas zu verpassen gar nicht so schlimm ist, macht mich zufriedener und gelassener.
 

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