Mandelmadeleines

3. März 2016

Als ich klein war, gab es immer Madeleines - sowohl bei meiner Oma als auch bei meiner Tante und immer nach ein und dem selben Rezept; immer sehr französisch. Als ich älter wurde, fragte ich (zugegeben nicht gerade vorsichtig), ob wir das Rezept nicht einmal variieren könnten, einfach mal etwas Neues ausprobieren. Sowohl meine Oma als auch meine Tante reagierten schockiert und hielten mir beide - unabhängig voneinander - einen langen Vortrag über die Unumstößlichkeit des Rezeptes und zitierten dabei Proust (Pflichtlektüre bei in meiner Familie). 


Diese Unumstößlichkeit wunderte mich, denn meine Oma war Köchin und hat nie nach Rezept gekocht, sondern immer "aus dem Bauch heraus". Gerichte mussten bei ihr aus wenigen und immer frischen Zutaten (am besten aus eigenem Anbau und Herstellung) bestehen;  das hatte sie in Algier gelernt, wo sie lange Zeit als Köchin gearbeitet hat. Meine Tante, die gar nicht kochen, dafür aber fantastisch backen konnte, war genauso: Rezepte kamen ihr nicht ins Haus, alles wurde einfach mal so probiert und dabei ließ sie sich von ihrem überaus internationalen Freundeskreis inspirieren. So lernte ich als Kind früh schon die arabische, afrikanische, russische, spanische, hawaiianische und brasilianische Küche kennen. Aber wenn es um Madeleines ging, waren beide stur: An diesem Rezept wird niemals nichts verändert. Punkt!

Ohne Rezept zu kochen und zu backen, das habe ich wohl von beiden geerbt, aber im Gegensatz zu ihnen, ist mir die Unumstößlichkeit des Madeleines-Rezeptes vollkommen egal. Ich probiere gerne Neues aus und so habe ich mir in den vergangenen Jahren so einige Madeleines-Variationen "ausgedacht".
Eine dieser Variationen möchte ich heute mit Euch teilen: Mandel-Madeleines. Wieder total unfranzösisch, so wie mein erstes Madeleines Rezept, das ich Euch HIER bereits vorgestellt habe.


Zutaten für ca. 30 Mini-Madeleines

100 gr  zimmerwarme, flüssige Margarine
90 gr    Dinkel-Vollkornmehl
30 gr    gemahlene Mandeln
40 gr.   Rohrohrzucker
1 TL    Backpulver + 1 Prise Salz
1 Bio-Ei (Größe L)
Kleiner Hinweis: Ihr könnt' natürlich das Dinkelmehl durch "normales" Weizenmehl und den Rohrohrzucker durch "normalen" Kristallzucker ersetzen. Damit wird's dann etwas französischer.


Zubereitung

1) Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
2) Mehl, gemahlene Mandeln und Backpulver mischen.
3) Ei, Zucker und Salz mit dem Handrührer (Rührbesen) auf höchster Stufe schaumig schlagen. Margarine hinzufügen und kräftig durchmischen.
4) Mehl-Mischung auf die Margarine-Ei-Masse sieben. Kurz und kräftig mit einem Teigschaber unterheben.
5) Teig mit Hilfe von zwei Teelöffeln in die Mulden der Madeleineform füllen und für ca. 8-10 Minuten ausbacken - die Madeleines sollten leicht braun sein.
6) Madeleines aus der Form lösen und auf dem Kuchengitter auskühlen lassen.
7) Genießen...




Ich bin neugierig: Was ist Euer liebstes Kindheitsgebäck? Welche Erinnerungen verbindet Ihr damit?

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachbacken.

Kommentare

  1. Mhh die sehen wirklich sehr lecker aus!
    Liebe GRüsse,
    Krisi

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    1. Dankeschön! :-) Und sie schmecken auch genauso gut! ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Mhhhh sieht das köstlich aus :D
    Ich hab gar nicht DAS Kindheitsrezept, hauptsache es war süß und fruchtig, haha :') Aber es gibt für mich zum beispiel nur eine Variante der Donauwelle, die immer die für mich perfekte sein wird :P

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    1. Dankeschön!

      Donauwelle hat meine Oma gerne gemacht, aber ich habe sie noch nie gegessen. Vielleicht sollte ich das mal nachholen?!

      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Oh, wieder so was Leckeres von dir! Ich liebe Mandeln, deshalb klingt das für mich sehr verlockend! Ohne Rezept kochen mache ich meistens, aber ans Backen ohne Rezept habe ich mich noch nie getraut.
    Liebe Grüße, Kirsten

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    1. Liebe Kirsten,

      ach, backen ohne Rezept macht großen Spaß. Hab Vertrauen! :-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  4. Mmh, ich kann sie förmlich riechen. Hab ein schönes Wochenende.
    Herzlichst Ulla

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    1. :-) Dann hoffe ich, dass Du sie bald auch schmecken kannst. Oder hast Du schon?!

      Liebe Grüße
      Nicole

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  5. Witzig, daran habe ich ewig nicht gedacht. Bei uns gab es wenig süßes und kaum gekauftes zu essen, als wir klein waren. Aber wenn meine Oma da war (sie wohnt ja weitweitweg in Bayern) hat sie uns beim Eduscho fertig-Madeleines gekauft. Und das, obwohl sie sonst nur selbstgebacken hat. Die waren der Himmel auf Erden!
    Dein Rezept klingt auch sehr fantastisch!
    Liebe Grüße, Frauke

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    1. Liebe Frauke,

      was für eine wunderschöne Erinnerung. Halt sie ganz fest!

      Liebe Grüße
      Nicole

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  6. Hallo Nicole,
    Dann hatte ich es doch richtig in Erinnerung, dass du uns schon einmal ein Madeleines Rezept vorgestellt hattest. :) Ich finde deine neue Kreation mit Mandeln und Dinkelmehl sehr ansprechend. Jetzt brauch ich nur noch so eine schöne Backform, damit ich auch mal welche machen kann.

    Liebste Grüße
    Nika

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    1. Liebe Nika,

      ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Du sie nachbacken würdest. Schreib mir doch mal, wie sie Dir geschmeckt haben.

      Liebe Grüße
      Nicole

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