Aufgeben gilt nicht

28. August 2017

Kennt Ihr dieses Gefühl: Man hat ein bestimmtes (oder eben unbestimmtes) Problem und denkt, jeder Schritt, den Du jetzt gehst, könnte der falsche sein und vor lauter Unsicherheit möchte (kann) man sich eigentlich gar nicht mehr bewegen? Dieses Gefühl redet dir ein, die Sache, das Problem etc. wäre viel zu schwierig für dich, lösen kannst Du es sowieso nicht, also lass es lieber gleich. Dieses Gefühl hat nichts mit gewolltem Stillstand gemein, der dir Zeit und Raum lässt, nach anderen möglichen Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Dieses Gefühl, das dir einredet, dass "Nichthandeln", also Passivität, die beste und einzige Entscheidung wäre.

Wie auch immer man dieses Gefühl nun auch nennen mag, ich kenne es gut und ich mag es ganz und gar nicht. Denn nichts an diesem Gefühl ist positiv und in keinster Weise konstruktiv. Es verengt und vernebelt die eigene Sichtweise und möchte eigentlich nur, dass du aufgibst oder eben auch gar nicht erst anfängst. 

Ich hatte schon so einige Begegnungen mit diesem Gefühl und habe im Laufe der Zeit und mit Hilfe von Achtsamkeit gelernt, wie ich diesem Gefühl auf angemessene und konstruktive Weise begegnen kann. Ich habe eine Art "Notfallkoffer" mit diversen "Werkzeugen", die mir dabei helfen, mich von diesem Gefühl zu distanzieren, es zu relativieren und es in sinnvollere Bahnen zu lenken. Kurzum: Ich werde aktiv - und das ist etwas, was dieses Gefühl so gar nicht mag. 

Meine drei Lieblingswerkzeuge sind nichts besonderes, aber sie helfen mir:

// Bewegung: Ob es nun Sport, Yoga oder einfach nur eine Runde um den Block ist, im Grunde ist es egal. Hauptsache, ich lenke meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes und bewege mich. Am liebsten mache ich einen langen Spaziergang im Wald oder am Wasser, das macht meinen Kopf schon viel klarer. 
// Mind Mapping (etwas anders als gedacht): Ich widme mich dem Problem und zwar zu meinen Bedingungen. Das bedeutet für mich, dass ich mir ein leeres Blatt Papier nehme, dass Problem in die Mitte schreibe und dann alles, was mir dazu einfällt - Positives wie Negatives -, drumherum notiere. Das können einfache Worte sein oder auch ganze Sätze, ganz gleich. Wichtig ist nur, dass es aus meinem Kopf kommt. Danach markiere ich alles Positive und Konstruktive mit einem Textmarker in meiner Lieblingsfarbe. All das schreibe ich dann auf ein gesondertes Blatt und meist ergibt sich daraus eine Art "Fahrplan", wie es weitergehen kann. 
Übrigens: Auch das Negative aus der Mind Map lasse ich nicht außer Acht, sondern widme mich all dem - mit etwas Abstand - erneut und versuche es durch Positives zu ersetzen (z.B. "Ich schaffe das eh nicht." ersetze ich durch "Ich werde es machen und mein Bestes geben.")
// Inspiration: Das mag etwas seltsam klingen, aber ich schaue mir in solchen Situationen unheimlich gerne schöne Bilder an, d.h. in meinen Fall ich stöbere bei Instagram, Pinterest oder tumblr. Ich tauche dann ganz in diese Bilderwelten ab und lasse mich inspirieren. Mit dem Problem oder der Lösung an sich stehen diese Bilder in keinem Zusammenhang (d.h. wenn ich ein Computerproblem habe, schaue ich mir keine Bilder von Computern an), aber sie lenken mich ab, beruhigen mich und stimmen mich positiv. Wieso dieser positive Effekt zustande kommt, weiß ich nicht, aber ich nutze ihn sehr gerne.

Habt Ihr auch einen solchen Notfallkoffer? Was befindet sich darin? 


Meinen Werkzeugkoffer kam an den vergangenen Tagen wieder zum Einsatz (leider). Vielleicht hat es der ein oder andere ja mitbekommen, dass moments of mine am Wochenende immer mal wieder offline war. Wir dachten zunächst, wir hätten das Problem identifiziert und dann sehe ich gestern, dass der Blog schon wieder offline ist. Also haben wir weiterhin versucht, die Ursache zu finden und dementsprechende Lösungen, aber so richtig funktionierte nichts. 
Ich muss gestehen, dass ich kurz darüber nachgedacht habe, es einfach zu lassen und zu sagen, dass wars dann halt mit dem Blog. Ich war frustriert. So habe ich mir den Neustart mit einem neuen Blog nicht vorgestellt. Der Gedanke erschreckte mich, denn er entspricht mir so gar nicht. Also: Notfallkoffer raus und Abstand gewinnen... Meine Lösung am Ende des Tages: Alles, wirklich alles (nicht nur das Template) wird jetzt komplett neu aufgesetzt, Tabula rasa sozusagen und ein kompletter Neustart gewagt. 

Ich bin jetzt ziemlich geschafft, aber erleichtert und zufrieden, dass ich mich der Aufgabe gestellt habe. Denn: Aufgeben gilt nicht! 



Kommentare

  1. Nicole, ich bin sehr froh, dass du nicht aufgegeben hast. Dafür mag ich deinen Blog und deine Texte einfach zu sehr. Ich bin da jetzt einfach mal egoistisch �� Ich habe solche Momente zwar selten, aber neben Yoga oder Mediation hilft mir eine Pro/Contra Liste zu machen und die einzelnen Punkte zu gewichten. Kürzlich bin ich auch auf das Konzept des "Wheel of Life" gestoßen, das ich für mich in einer einfachen Form adaptiert habe. Wenn ich jetzt Momente habe, in denen ich ein Gefühl der Resignation empfinde schaue ich mir mein Rad des Lebens an und weiß was wirklich zählt für mich, das ich auf einem guten Weg bin und ich es schaffen werde. Vielleicht ist das auch ein Weg für dich, das Konzept ist so aufgebaut dass jeder selbst festlegt, welche Punkte er da rein schreibt und wie er sie bewertet. Für mich war es mehr ein Denkanstoß, habe mich auch nicht an die Form gehalten und mehr mit Farben besonders gute Lebensbereiche und Handlungsfelder hervorgehoben. So sehe ich auf einen Blick wo ich stehe und kann schnell Anpassungen vornehmen, wenn sich was verändert hat. Wenn es ganz arg wird nehme ich mir Fotos zur Hand von Menschen und Erlebnissen die mir viel bedeuten und zeigen wert ich bin, war ich schon erreicht habe. Das ist eigentlich immer ein wirksames Mittel.

    Liebe Grüße, Silke

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    1. Fühl Dich ganz fest gedrückt für Deine Worte! Sie tun gut, vor allem an so Tagen, die nicht so rundlaufen.

      Das Konzept "Wheel of Life" kenne ich nicht; klingt spannend. Werde ich mir mal in Ruhe ansehen.

      Das Schhöne an meiner Reise ist ja, dass sie eigentlich nie zu Ende geht und immer wieder neue Ideen, Konzepte etc. meinen Weg kreuzen, die neue Impulse bringen (können). Daher vielen lieben Dank für Deinen Tipp.

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