Hektik ist ein schlechter Ratgeber

5. August 2017


"Nimm Dir Zeit und geh' langsam vor". Diesen Satz verwende ich bei der Arbeit mit Menschen und  Hunden sehr oft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es darum geht, Studenten das wissenschaftliche Schreiben beizubringen, oder aus einem Menschen, der eher in die Gruppe der Empfänger einzuordnen ist, einen Sender zu entwickeln, weil es beruflich notwendig ist, oder ob man bei einem Hund unerwünschtes Verhalten korrigieren und langfristig unterbinden möchte. In all diesen Situationen ist langsames Vorgehen zielführend(er).

Langsames und achtsames Vorgehen hat viele Vorteile, z.B. ist die Fehlerquote geringer, man erschafft Raum für mehr Flexibilität und erreicht ein hohes Maß an Nachhaltigkeit. Ein Vorteil ist für mich aber besonders interessant: Wer sich Zeit nimmt und langsam vorgeht, erkennt, was für einen wirklich wichtig ist und somit auch funktioniert. Ich kann mein Wissen zwar weitergeben, aber letztlich muss jeder Mensch schauen, was in welcher Form für ihn funktioniert (oder eben nicht). Ich kann mein Wissen bei Hunden anwenden, aber nur durch langsames Vorgehen und die damit verbundene Flexibilität bin ich in der Lage, mich auf jeden einzelnen Hund und seine speziellen Bedürfnisse einzulassen.

Was in den eingangs genannten Beispielen sehr gut funktioniert, bereitet mir im Privaten das ein oder andere Mal Probleme. Sicherlich: Auch hier gehe ich langsam vor und lasse mir Zeit, um zu schauen, was für mich wichtig ist und was für mich funktionert. Aber manchmal stehe ich mir auch selbst im Weg, denn ich neige manchmal zur Hektik (die sich naturgemäß nicht gut mit der Langsamkeit versteht). Und damit meine ich nicht zwingend Situationen, die eine schnelle Lösung fordern (das ist wieder etwas ganz anderes), sondern Situationen, in denen ich die Wahl habe: eine schnelle Lösung und eine für mich passende Lösung zu finden.Wenn die Hektik einsetzt, entscheide ich mich für die schnelle Lösung und ärgere mich in der Regel hinterher darüber.

Ein gutes Beispiel für eine solche Sitution ist mein Blogdesign. Als ich merkte, dass mein ursprünglich gewähltes Design mehrere schwerwiegende Bugs hatte (siehe HIER), war klar: Ich muss eine andere Lösung finden. Aber statt mir Zeit zu nehmen und in aller Ruhe vorzugehen, habe ich mich - wie so häufig - für die schnelle, aber nicht befriedigende Lösung entschieden. Ich mochte das (ich nenne es jetzt mal) Notlösungstemplate ("is ja hübsch") und installierte es, ohne darauf zu achten, ob es dem, was ich möchte und brauche, wirklich entspricht.
Ich versuchte, Lösungen für die Bugs im ursprünglichen Template zu finden. aber leider gelang dies nicht. Aber gut, dachte ich mir: Es ist jetzt installiert und ich bin ja auch zufrieden. Aber es war diese trügerische Zufriedenheit, die an einem nagt. Langsam schlichen sich auch Unsicherkeiten und Zweifel ein; ich wurde zunehmens frustrierter: So wollte ich meinen neuen Blog nicht starten.

Ich bin abermals auf mich selbst reingefallen, auf meine Hektik. Aber ich habe es erkannt und nicht erneut nach einer schnellen Lösung gesucht. Ich habe mir die Zeit genommen und mir nochmals in aller Ruhe meine Notizen zum Blogdesign angesehen und geschaut, was ich möchte und was ich brauche. Kurzum: Ich wollte etwas, was dem Blog und mir entspricht. Mit der Zeit wurden die Vorstellungen und Wünsche konkreter; ich machte mir erneut Notizen und schaute diesmal genauer hin.

Und hier sind wir nun: Das neue Design und ich. Es ist schlicht, übersichtlich und entspricht dem, was ich mir wünsche und brauche. Und weil ich genauer hingesehen habe, hat sich auch das Logo verändert. Denn das erste Logo war "damals" auch so eine "schnell-schnell"-Entscheidung: Alles stand, nur eben das Logo fehlte noch. Ich überlegte hin und her, entschied mich dann aber für die Punkte. Einfach so, einfach weil ich sie hübsch fand. Ist ja auch nicht der schlechteste Grund, aber eben auch nicht der beste. Ich wollte ein Logo, das mehr mit mir als Person, meinem Leben und den Themen des Blogs gemein hat. Schnell kam die Idee in mir auf, dass es etwas mit Natur sein sollte. Also entschied ich mich für Blätter. Ich mag sie sehr und verbinde mit ihnen so viel schönes und positives. Ich verbringe sehr viel Zeit (am Tag) im Wald und dort bin ich glücklich und zufrieden. Und genau so ein Ort soll auch moments of mine sein. Also fühlt sich die Entscheidung für die Blätter mehr als richtig an.

Für die Zukunft bleibt mir nur zu hoffen, dass ich aus meinem erneuten "Hektikdilemma" erneut etwas gelernt habe: Hektik ist ein schlechter Ratgeber.



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