Das 7 Tage offline-Projekt

21. September 2017

Eigentlich ist der Titel des Posts nicht ganz korrekt, zumindest nicht in meinem Fall. Denn ich habe Das 7-Tage-offline-Projekt des Flow-Magazins gleich in zweierlei Hinsicht angepasst: 1. Nicht nur mein Smartphone wurde - bis auf den eigentlichen Sinn eines Mobiltelefons - von mir ignoriert, sondern auch mein Laptop. Und das bringt mich zu 2.: Ich hatte mit den Ignorieren meines Laptops, genauer gesagt, dem "Nicht-privat-online-gehen"-Aspekt so meine Schwierigkeiten.

Aber zunächst einmal: Was ist Das 7-Tage-offline-Projekt eigentlich? Um es kurz zu machen: Das Projekt möchte dabei helfen, einen besseren, gesünderen Umgang mit dem Smartphone zu ermöglichen. So stehen in dem kleinen Büchlein Fragen, die dabei helfen, Gewohnheiten zu erkennen und Anregungen für die Zeit ohne Smartphone.

Das Projekt war ein toller Motivationsschub, denn ich hatte in letzter Zeit mehr und mehr das Gefühl, das ich den Weiten des WWW zu viel Aufmerksamkeit schenke. So las ich beispielsweise fast täglich diverse Blogs, doch ich kommentierte nichts. Ich kam vom bekannten Hölzchen (Links) auf Stöckchen (noch mehr Links), entdeckte immer mehr, aber wirklich Substanz hatte das Alles nicht. Kurzum: Ich genoss weniger, sondern konsumierte. Etwas, das mir gar nicht gefällt. Und mir auch nicht gut tut. Also beschloss ich, dass ich neben meinem Smartphone auch mein Laptop ignorieren möchte.

Ich war hochmotiviert. Schon am ersten Tag klappte es wirklich gut, meinem Smartphone (Instagram & Co.) keine Beachtung zu schenken. Allerdings merkte ich am Abend des ersten Tages, dass ich trotz aller Motivation doch wieder viel zu oft an meinem Laptop saß und surfte. Das war ein kleiner Schock. Denn es war mir so gar nicht bewusst. Die Erkenntnis war entsprechend hart.

Um es kurz zu machen: Was mein Laptop angeht, so startete das Projekt so richtig erst am dritten Tag. Am Ende des Tages fühlte ich mich etwas seltsam, aber erholt. In den nachfolgenden Tagen gelang es mir deutlich besser, der Verlockung des permanenten Konsums von Informationen zu widerstehen. Ich fühlte mich weniger gestresst und befreit. Und widmete meine Aufmerksamkeit auf andere Dinge wie beispielsweise meinen Projekten: So habe ich z.B. weiter an meinem "Less is more"-Projekt (klingt netter als "Ausmisten") gearbeitet, ebenso an meiner (Art von) Capsule Wardrobe (und gleich einen Post dazu verfasst) und meinem Self-Care-Projekt. Und ganz wichtig: Ich war mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache, habe mich darauf fokussiert, was um mich herum und in meinem Leben passiert, und habe nichts mehr einfach nur so "mal schnell, nebenbei" gemacht. Ein gutes Gefühl. 



Mir fehlte das WWW, aber ich habe erkannt, dass es für mich kein gangbarer Weg ist, es ungefiltert zu nutzen. Versteht mich nicht falsch: Der "Druck" geht gar nicht vom WWW aus, sondern ich mache mir diesen Druck. Das habe ich verstanden. Schließlich entscheide ich über meine (Frei-)Zeit und darüber, wie ich sie füllen möchte. Also habe ich das getan, was ich immer mache: Ich habe eine Liste erstellt; um genau zu sein, sogar zwei Listen: Auf der ersten habe ich notiert, was mir fehlt und was ich möchte, und auf der zweiten Liste habe ich notiert, was der (Konsum-)Stress bei mir auslöst. 

Das Erstellen der ersten Liste fiel mir leicht und ich handelte sofort. So habe mitunter meine Leseliste reduziert und mein Augenmerk dabei darauf gerichtet, was mich glücklich macht und mich motiviert.
Das Erstellen der zweiten Liste war schon etwas heikler, da ich mir selbst Dinge eingestehen musste - und das ist halt nie einfach, zumindest für mich. Es kam so einiges an Erkenntnissen zusammen und zwei Punkte sind mir besonders wichtig: unsinnige Vergleiche und daran anschließend ein zu viel an Inspiration. Beides hat mich gehemmt und mich davon abgehalten, mich auf mich zu konzentrieren und was ich möchte - und was ich zu sagen habe. Kurzum: Beides hat meine eigene Kreativität eingeschränkt und mich so z.B. auch vom Bloggen abgehalten. Es war gut, das zu erkennen.

Ich bin dankbar für das Projekt und den damit verbundenen Motivationsschub, mich mit mir selbst und meinem eigenen Verhalten auseinander zu setzen und auch dankbar für die vielen Erkenntnisse. Und eines habe ich mir fest vorgenommen: Ab und an eine wohltuende Auszeit vom WWW zu nehmen.

Jetzt freue ich mich darauf, wieder Teil des Leben 2.0 zu sein und freue mich über meine wiederentdeckte Kreativität - und meinen "gesünderen" Umgang mit dem WWW.


Kommentare

  1. Liebe Nicole,

    wieder einmal beschäftigen uns ähnliche Themen. Ich habe vor ein paar Wochen nach einem großen Update mein Smartphone nicht mehr starten können. Somit wurde ich für etwa 1,5 Tage unfreiwillig davon getrennt und habe dann auch das "Übergangs-"gerät nur mit dem wichtigsten eingerichtet. Diese etwas ungeplante Auszeit hat mir allerdings schnell klar gemacht, was mir wichtig ist und worauf ich auch gut verzichten kann. Als dann das neue Smartphone kam gab es mit der Wiederherstellung meiner Daten ein paar Schwierigkeiten, sodass ich erneut etwas gezwungen war zu entscheiden, wie mein weiterer Umgang sein soll. Nach der Erkenntnis der ersten Tage mit "abgespecktem" Zugang zum WWW und vor allem zu den Social Media Kanälen (vorrangig Facebook) fiel mir diese etwas gezwungermaßen getroffene Entscheidung schließlich gar nicht mehr so schwer. Seit gut 3 Wochen nun lebe ich neue Gewohnheiten im Umgang mit meinem Smartphone und fühle mich sehr gut damit. Genau wie du beschreibst nutze ich seitdem die Möglichkeiten in meiner Freizeit bewusst, statt einem Drang/ einer Gewohnheit zu folgen. Das gefällt auch meinem Mann sehr gut, der meinen Facebook-Konsum (teils berechtigt) schon öfter kritisiert hatte.

    Ich spüre wie ich für viele Dinge - gerade für die, die ich schon länger vor mir hergeschoben habe - motivierter bin sie anzugehen, statt mich von dem WWW davon ablenken zu lassen und den leichten Weg zu gehen. So habe ich mich dann auch gestern gegen den etwas trägen und zur Aufschiebung neigenenden Mann durchgesetzt, den Keller auszumisten, bevor wir umziehen bzw. mit der Renovierung im Haus beginnen. Am Abend war er dann schwer begeistert, was wir alles geschafft haben. Ich hoffe ich kann diese Welle mit in die neue Woche retten, denn es gibt noch das ein oder andere zu tun. Habe auch das Gefühl, dass ich besser schlafe, seit ich abends deutlich seltener das Smartphone (mit Blaulichtfilter, was aber nur bedingt bisher half) in der Hand habe und mehr zur Ruhe komme/Abschalten kann. Hätte ich nicht vermutet, wie groß die Auswirkungen meiner veränderten Smartphone-Nutzung sein würden. Interessant, dass du da ähnliche Erfahrungen gemacht hast.

    Wünsche dir einen guten Start in die neue Woche.
    Liebe Grüße, Silke

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    1. "Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden", sagte meine Oma immer (und meinte damit natürlich nur die Sachen, die mich so gar nicht glücklich gemacht hätten ;-), aber im Kern hat sie schon Recht gehabt. Manchmal zeigt uns der "Zufall" die richtige Richtung.

      Mir geht es mit "Social-Media-Minimalismus" auch deutlich besser und ich habe Zeit für wirklich wichtige Dinge. Denn letztlich ist Social Media ja etwas das Spaß machen soll, aber wenn er uns vom wirklichen Leben abhält, dann kann das nicht gesund sein.

      Dass wir ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wundert mich nicht wirklich. Wäre wir Nachbarn, wären wir sicherlich sehr gute Freundinnen. ;-)

      Liebe Grüße
      Nicole

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