Ich habe viel über Vergleiche nachgedacht. Im Zuge meines Geburtstagsposts ist mir noch einmal bewusst geworden, wie sehr ich StreifenLiebe in den ersten Monaten mit anderen Blogs verglichen habe, und wie auch ich mich hin und wieder selbst mit anderen vergleiche. Im Grunde ist vergleichen auch nichts Problematisches. Im Grunde...

Denn es ist doch so: Vergleiche sind an und für sich in Ordnung. Sie bringen uns dazu, über uns selbst nachzudenken, uns selbst zu hinterfragen, die Perspektive zu wechseln und den Status quo zu analysieren. Wir können uns daraufhin entscheiden, ob alles gut ist und so bleiben kann, wie es ist, oder ob wir etwas ändern möchten. Also eigentlich eine gute Sache. Eigentlich...
Doch leider ist das bloße Theorie. Denn sind wir mal ehrlich: Vergleiche sind selten realistisch. Wenn ich z.B. einen Vergleich anstelle, dann nicht mit jemandem, der mir ähnlich ist (ähnliche Voraussetzungen, ähnliche Umstände, Fahigkeiten etc.), sondern mit jemandem, der ganz, ganz anders ist als ich. Bildlich gesprochen: Ich, der Apfel, vergleiche mich mit einer Birne. Klar, wir sind beide Obst, wir schmecken beide gut, aber das war's dann auch schon mit den Parallelen. Äpfel mit Birnen zu vergleichen, geht einfach nicht - das habe ich schon im Naturkundeunterricht in der Grundschule gelernt. Und dennoch: Ich mache es trotzdem.
Hinzukommt, dass in den Jahren die Ansprüche an mich selbst gestiegen sind. Grundsätzlich auch eine gute Sache, schließlich heißt das, dass ich mich entwickle und nicht auf der Stelle trete. Aber auch das ist wieder bloße Theorie. Denn praktisch bedeutet das, dass ich (der Apfel) mich heute nicht mehr mit einer einfachen Birne vergleiche. Nein! Wenn schon ein abstruser Vergleich, dann so richtig: Ich vergleiche mit mit einer Avocado.

Im Grunde ist es gleich, mit welchem (exotischen) Obst ich mich auch vergleiche: Der Vergleich hinkt gewaltig. Er ist schon im Ansatz falsch. Aus einem Apfel wird keine Birne, Avocado oder irgendeine andere Frucht (Genetiker würden mir vielleicht jetzt widersprechen). Das ist einfach so. Warum also die abstrusen Vergleiche? Das ist doch eigentlich DIE Frage. 

Und jetzt wird's kompliziert. Denn die einfache Antwort würde lauten: Ich bin mit meinem Dasein als Apfel nicht zufrieden und möchte eben lieber eine Avocado (oder was auch immer) sein. Doch - und das ist ganz wichtig: Bei genauem Hinsehen stimmt das überhaupt nicht. Ich bin nämlich glücklich als Apfel. Klar, hier und da gibt's die ein oder andere Druckstelle und etwas, das man verbessern kann, was ich ja auch mache.. Aber ich habe ja auch nicht behauptet, dass ich ein perfekter Apfel bin. Bin ich nämlich ganz und gar nicht. Aber - und das ich elementar! - ich bin glücklich und zufrieden als Apfel. Punkt.

Doch leider muss ich mir das von Zeit zu Zeit erneut bewusstmachen, da mein Gedächtnis leider sehr selektiv funktioniert und genau solche Gedanken (Ich bin ein glücklicher Apfel) werden im Laufe der Zeit einfach in die hinterste Schublade gelegt und somit schnell vergessen. Aber dass ich in der dritten Klasse böse von einer Holzbank aufs Gesicht gefallen bin und die halbe Schule mich auslachte, weil mein Gesicht aussah wie das von Frankenstein vor dem Zusammennähen der einzelnen Hautstücke, das weiß ich immer noch ganz genau! Mein Gedächtnis ist seltsam und manchmal glaube ich, es kann mich nicht leiden.

Ich habe eine Erinnerungshilfe an einem Ort in der Wohnung aufgehängt, an dem ich sie zwangsläufig immer sehe (um genau zu sein: neben der Kaffeemaschine). Und was soll ich sagen: Sie hilft mir sehr und erinnert mich daran, dass ich im Grunde meines Herzens ein glücklicher und zufriedener Apfel bin. (Und falls sich jetzt jemand fragt, was für ein Apfel ich eigentlich bin bzw. welcher Sorte ich angehöre, hier meine Antwort: Royal Gala. Fröhlich rund und süß.) 


Credits: Photo by Foto T on Unsplash

Ich, der Apfel (Über Vergleiche)

Ich habe viel über Vergleiche nachgedacht. Im Zuge meines Geburtstagsposts ist mir noch einmal bewusst geworden, wie sehr ich StreifenLiebe in den ersten Monaten mit anderen Blogs verglichen habe, und wie auch ich mich hin und wieder selbst mit anderen vergleiche. Im Grunde ist vergleichen auch nichts Problematisches. Im Grunde...

Denn es ist doch so: Vergleiche sind an und für sich in Ordnung. Sie bringen uns dazu, über uns selbst nachzudenken, uns selbst zu hinterfragen, die Perspektive zu wechseln und den Status quo zu analysieren. Wir können uns daraufhin entscheiden, ob alles gut ist und so bleiben kann, wie es ist, oder ob wir etwas ändern möchten. Also eigentlich eine gute Sache. Eigentlich...
Doch leider ist das bloße Theorie. Denn sind wir mal ehrlich: Vergleiche sind selten realistisch. Wenn ich z.B. einen Vergleich anstelle, dann nicht mit jemandem, der mir ähnlich ist (ähnliche Voraussetzungen, ähnliche Umstände, Fahigkeiten etc.), sondern mit jemandem, der ganz, ganz anders ist als ich. Bildlich gesprochen: Ich, der Apfel, vergleiche mich mit einer Birne. Klar, wir sind beide Obst, wir schmecken beide gut, aber das war's dann auch schon mit den Parallelen. Äpfel mit Birnen zu vergleichen, geht einfach nicht - das habe ich schon im Naturkundeunterricht in der Grundschule gelernt. Und dennoch: Ich mache es trotzdem.
Hinzukommt, dass in den Jahren die Ansprüche an mich selbst gestiegen sind. Grundsätzlich auch eine gute Sache, schließlich heißt das, dass ich mich entwickle und nicht auf der Stelle trete. Aber auch das ist wieder bloße Theorie. Denn praktisch bedeutet das, dass ich (der Apfel) mich heute nicht mehr mit einer einfachen Birne vergleiche. Nein! Wenn schon ein abstruser Vergleich, dann so richtig: Ich vergleiche mit mit einer Avocado.

Im Grunde ist es gleich, mit welchem (exotischen) Obst ich mich auch vergleiche: Der Vergleich hinkt gewaltig. Er ist schon im Ansatz falsch. Aus einem Apfel wird keine Birne, Avocado oder irgendeine andere Frucht (Genetiker würden mir vielleicht jetzt widersprechen). Das ist einfach so. Warum also die abstrusen Vergleiche? Das ist doch eigentlich DIE Frage. 

Und jetzt wird's kompliziert. Denn die einfache Antwort würde lauten: Ich bin mit meinem Dasein als Apfel nicht zufrieden und möchte eben lieber eine Avocado (oder was auch immer) sein. Doch - und das ist ganz wichtig: Bei genauem Hinsehen stimmt das überhaupt nicht. Ich bin nämlich glücklich als Apfel. Klar, hier und da gibt's die ein oder andere Druckstelle und etwas, das man verbessern kann, was ich ja auch mache.. Aber ich habe ja auch nicht behauptet, dass ich ein perfekter Apfel bin. Bin ich nämlich ganz und gar nicht. Aber - und das ich elementar! - ich bin glücklich und zufrieden als Apfel. Punkt.

Doch leider muss ich mir das von Zeit zu Zeit erneut bewusstmachen, da mein Gedächtnis leider sehr selektiv funktioniert und genau solche Gedanken (Ich bin ein glücklicher Apfel) werden im Laufe der Zeit einfach in die hinterste Schublade gelegt und somit schnell vergessen. Aber dass ich in der dritten Klasse böse von einer Holzbank aufs Gesicht gefallen bin und die halbe Schule mich auslachte, weil mein Gesicht aussah wie das von Frankenstein vor dem Zusammennähen der einzelnen Hautstücke, das weiß ich immer noch ganz genau! Mein Gedächtnis ist seltsam und manchmal glaube ich, es kann mich nicht leiden.

Ich habe eine Erinnerungshilfe an einem Ort in der Wohnung aufgehängt, an dem ich sie zwangsläufig immer sehe (um genau zu sein: neben der Kaffeemaschine). Und was soll ich sagen: Sie hilft mir sehr und erinnert mich daran, dass ich im Grunde meines Herzens ein glücklicher und zufriedener Apfel bin. (Und falls sich jetzt jemand fragt, was für ein Apfel ich eigentlich bin bzw. welcher Sorte ich angehöre, hier meine Antwort: Royal Gala. Fröhlich rund und süß.) 


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