Fehler beim Bloggen {About Blogging}

9. Oktober 2015

"Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen." Diesen Satz sagte mein Vater immer zu mir, wenn mal wieder traurig, wütend (auf mich selbst) und weinend vor ihm saß, weil ich einen Fehler gemacht habe.

Als Kind mochte ich diesen Satz nicht (der übrigens nicht für Klausuren galt, da waren Fehler nur zweierlei: unnötig und der Beweis dafür, dass ich nicht genug gelernt habe), da ich nicht verstanden habe, warum ich nicht direkt alles richtig machen und Fehler nicht von vornherein vermeiden kann. Mein Vater hat mir dann jedes Mal in aller Seelenruhe erklärt, dass man die meisten Fehler, die man im Leben macht, erst im Nachhinein als solchen erkennt und dass der Lernprozess, der durch sie angestoßen wird, mich letztlich zu dem Menschen macht, der ich irgendwann mal sein werde. Er war der festen Überzeugung, dass Fehler ein elementarer Bestandteil jeder Form der Entwicklung und des Fortschrittes sind.

Heute weiß ich: Mein Vater hatte absolut Recht. Fehler sind normal und gehören zur Entwicklung dazu. Wenngleich ich auch heute noch in einigen Lebensbereichen mit mir hadere, wenn ich einen Fehler gemacht habe, so weiß, dass Fehler nun mal passieren: sowohl im "normalen" Leben als auch beim Bloggen.  

Insbesondere als "Bloggerfrischling" habe ich (vielleicht typische?) Fehler gemacht, die möglicherweise vermeidbar gewesen wären, aber letztlich doch wichtig für mein eigenes Selbstverständnis als Blogger waren. Hier meine persönliche Top 4 der Fehler beim Bloggen:

1) Nicht (mehr) zu wissen, warum man bloggt oder anders ausgedrückt: sich zu viele Gedanken machen. Im Sommer ist mir genau das passiert (siehe HIER) und das mündete in einer kleinen Bloggeridentitätskrise. Sich plötzlich mit Fragen zu beschäftigen, die so gar nicht zum eigenen Selbstverständnis als Blogger passen, ist überaus verstörend und letztlich auch sinnlos. Ich habe mich - zum Glück! - schnell wieder daran erinnert, warum ich blogge, was mir daran so großen Spaß macht und wie ich das Bloggen für mich interpretiere, sodass ich die Krise schnell überwunden habe. Meine Lehre daraus: Erinnere dich immer daran, warum du bloggst und denk' nicht zu viel darüber nach. Mach's einfach!

2) Druck! Meiner Erfahrung nach schadet Druck beim Bloggen enorm. Und dabei ist es erst einmal gleich, ob der Druck von außen oder von innen kommt. Ganz vorne mit dabei: Vergleiche mit anderen und Perfektionismus. Kaum etwas erzeugt für mich mehr Druck und kaum etwas ist weniger zielführend.
Das "Gras auf der anderen Seite" erscheint oftmals grüner, aber entweder erkennt man genauerem Hinsehen, dass das nicht stimmt oder dass das "grünere Gras" einem Gartenprofi gehört, der - anders als man selbst - sich vorrangig um seinen grünen Rasen kümmert, denn das ist sein Job. Man selbst hingegen mäht ab und an mal, streut ein wenig Dünger aus und erfreut sich an dem nicht ganz so millimetergenau geschnittenen Halmen, die ihren ganz eigenen Charme haben. Perfektion liegt im Auge des Betrachters.

3) Gegen die eigene Natur handeln. Bloggen bedeutet für mich: Sich öffentlich präsentieren, das eigene Leben mit anderen teilen. Das finde ich toll, allerdings nur in einem gewissen Maße. Und genau dieses Maß musste ich erst lernen. Ich bin schüchtern und eher introvertiert - und das ist absolut in Ordnung für mich. Beim Bloggen ist das allerdings hinderlich, also "musste" ich lernen, mich zu öffnen. Das hat mich eine Menge Mut gekostet, aber heute bin ich sehr glücklich darüber, dass "Experiment Bloggen" gestartet zu haben. Ich bin offener geworden und das fühlt sich gut an. Aber ich bin und bleibe auch weiterhin jemand, der still und leise auftritt und dem es schwerfällt, unentwegt die Werbeflagge zu hissen und überall omnipräsent zu sein.

4) Regeln zu folgen, die nicht Deine eigenen sind. Gerade als ich mit dem Bloggen anfing, habe ich mich "informiert" und war ziemlich verunsichert, was man anscheinend alles beachten und beherzigen muss. Natürlich gibt es Dinge, die wirklich wichtig und erforderlich sind (allen voran die rechtlichen Aspekte, da kommt man nicht drum herum) und die fürs Bloggen elementar sind. Aber im gleichen Maße gibt es auch - wie ich finde - unsinnige Regeln, die mir den Spaß am Bloggen nehmen und für mich nur eines bedeuten: allgegenwärtige Konformität. Und das gefällt mir nirgends: weder im Leben 1.0 noch im Leben 2.0.


All diese Fehler habe ich selbst gemacht, wenngleich manche davon nur im Ansatz, und bin sehr froh darüber, dass ich sie recht schnell als "Fehler" erkannt habe. Ein Patentrezept wie man mit diesen Fehlern umgeht, habe ich nicht gefunden. Für mich funktioniert Abstand nehmen sehr gut. Einfach mal raus, den Kopf frei bekommen und sich auf das besinnen, was einem selbst wichtig ist. Das mache ich mittlerweile regelmäßig, sozusagen zur Prävention - aber dazu nächste Woche mehr.

Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Wochenende.





Anmerkung: Die Reihe "About Blogging" habe ich auf meinem ersten Blog StreifenLiebe veröffentlicht. Ich mag diese Reihe sehr und habe mich aus diesem Grund entschieden, sie mit auf meinen neuen Blog zu nehmen. Leider hat das Importieren der Kommentare zu diesem Post nicht funktioniert.  

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