Minimalismus und Weihnachten

11. Dezember 2017



„Weihnachten und Minimalismus? Ich dachte, dass das nicht zusammenpasst. Ich dachte, das Weihnachten nix für Minimalisten ist.“ Diesen und ähnliche Sätze habe ich oft gehört. Und jedes einzelne Mal haben sie mich erstaunt und das gleich aus zwei Gründen: Zum einem scheint Minimalismus für viele Menschen immer noch ein Mysterium und wenn man überhaupt eine Vorstellung davon hat, dann läuft es letztlich auf etwas hinaus, das mit einer Art spaß- und genussfreien Askese gleichgesetzt wird; zum anderen werden Minimalismus und Weihnachten als zwei gegensätzliche Pole betrachtet, die einander abstoßen, sollten sie versuchen, sich zu nähern.

Um es ganz klar zu sagen: Ich halte beides für Unsinn, zumindest in meinem Fall. Ja, ich bin Minimalistin. Ja, ich feiere Weihnachten. Und ja, ich genieße auch die Vorweihnachtszeit. Schockierend, ich weiß. Allerdings weniger, wenn ich es den Menschen erkläre. Im Grunde ist es ganz einfach: Minimalismus gehört zu meinem alltäglichen Leben, ich denke gar nicht daran, es ist einfach (m)eine Einstellung zum Leben und für mich nichts, das ich in wohldosierten Dosen zu mir nehme und auch mal „weglasse“, wenn es gerade passt.

Minimalismus und Weihnachten? Für mich passt das gut zusammen, sehr gut sogar, konzentriert man sich auf das Wesentliche rund um Weihnachten (den religiösen Aspekt lasse ich jetzt einmal bewusst außen vor): Die Vorfreude auf das Fest zelebrieren, eine besinnliche Zeit mit seinen Lieben zu verbringen, sich der einfachen Dinge zu erfreuen (z.B. gutes Essen, sich Zeit für andere und sich zu nehmen), sich zu entspannen, zu genießen und dankbar zu sein.
Und all dem liegt wohl der Unterschied zwischen „meinem“ Weihnachten und dem Weihnachten manch „anderer“: das Wesentliche eben. Die Weihnachtszeit (d.h. die Vorweihnachtszeit und das Fest an sich) wird von vielen (ich denke da an die meisten meiner Freunde) als stressig empfunden und die „schönste Zeit des Jahres“ verkommt zu einem permanenten Abhaken von To-do-Listen, der Jagd nach (unzähligen) Geschenken, dem Gefühl von Getriebensein, Erschöpfung und dem unschönen Gefühl, das konstant etwas fehlt: Zeit, Geld, Energie, Ruhe, Entspannung etc.
Nein, das ist für mich nicht der Sinn von Weihnachten, so möchte ich weder die Vorweihnachtszeit noch das eigentliche Weihnachtsfest verbringen. Meine Weihnachtszeit sieht anders aus:

// Meine Weihnachtsdekoration ist sehr einfach, schlicht und wohldosiert. Ein Wort: Lichterketten. Lichterkette machen alles schöner.
// Ich verzichte auf Geschenke. Ich möchte nicht, dass mir jemand etwas schenkt. Möchte es dennoch jemand tun, so habe ich nur einen Wunsch: Dass mir jemand seine Zeit (wirkliche Zeit, also Aufmerksamkeit) schenkt. Alle anderen Geschenke, einfach „irgendwas, was sie selbst so toll finden“ (he?!), werden gespendet. Ich selbst verschenke im Übrigen auch genau das (insofern sich jemand nicht etwas ganz anderes wünscht): Zeit. Und ich habe noch niemanden beschenkt, der sich nicht ehrlich über dieses Geschenk gefreut hat. 
// Unser Weihnachtsfest verbringen wir wie jedes Jahr im Schlafanzug, mit einfachen Gerichten (kein Festtagskochrauschstress; ich möchte die Zeit mit meiner Familie genießen und nicht gestresst in der Küche verbringen) und viel, sehr viel Zeit für einander.
// Ich sage Nein: Nein zu allem, was ich nicht möchte. Jeden Tag eine Verabredung, der zehnte Weihnachtsmarktbesuch, die fünfte Weihnachtsparty etc. – das ist mir einfach zu viel und ich sage Nein. Ich weiß, dass „Nein sagen“ für viele von uns nicht einfach ist, gerade in der besinnlichen Zeit, in der alle nach Harmonie streben. Aber ich frage mich: Ist es wirklich Harmonie, wenn ich mich dazu zwingen muss, wenn ich nur mache, weil es von mir erwartet wird? Wohl kaum. Gerade in einer Zeit wie der Weihnachtszeit ist es besonders wichtig für mich, auf meine Bedürfnisse zu achten und klare Grenzen zu ziehen, denn sonst wird aus der besinnlichen Zeit nur noch eine stressige Zeit und eine, die für mich an Bedeutung verliert.
Zum Thema „Nein sagen" und wie es auch in der Weihnachtszeit gelingen kann, gibt es im übernächten Post mehr...

Ja, Minimalismus und Weihnachten passen gut zusammen, man muss eben nur die Perspektive ändern.

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Kommentare

  1. Perfekt,einfach perfekt. Und doch nicht immer einfach. Aber wenn man mit kleinen Schritten anfängt,kommt man auch zum Ziel <3

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    1. Vielen herzlichen Dank für Deine Worte. Und jaaaa: Es sind die kleinen Schritte, die zählen. Ich liebe Harmonie und wolltees auch immer allen recht machen, aber irgendwann - gerade in der Weihnachtszeit - merkt man, dass es schnell zu viel wird. Da hilft ein nettes, aber klares "Nein" Wunder. Man muss ja nicht gleich das traditionelle Familienessen absagen, aber man könnte es z.B. zeitlich begrenzen. Das hilft schon enorm.

      Liebe Grüße
      Nicole

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