Inspiration und Kreativität

24. August 2018

Ich bewundere Menschen, die scheinbar immer kreativ sind, einfach so, scheinbar aus dem Nichts heraus. In meiner Vorstellung bekamen diese Menschen schon ganz früh in ihrem Leben einen richtig dicken Kuss von der Muse und der wirkt und wirkt und wirkt. Der Rest der Menschheit hatte - so meine Idee - nicht so viel Glück und musste daher immer auf einen flüchtigen Musenkuss hoffen und dann - ganz schnell - das Beste daraus machen. Und manchmal hat man einfach Pech: Der Kuss bleibt aus. Ich war davon überzeugt, dass mich die Muse in der Regel übersieht und somit hielt ich mich schlichtweg für einen wenig kreativen Menschen. 

Während meines Studiums lernte ich viel über Inspiration und Kreativität - und auch so einiges über den Kuss der Muse. Mit der Zeit wurden mir zwei Dinge ganz klar: 

1. Dass Kreativität auch nur ein Muskel ist und den kann man trainieren, so wie jeden anderen Muskel auch. 
2. Dass Kreativität etwas sehr persönliches ist und dass ich nur lernen musste, wie ich mit all der Inspiration und somit mit meiner Kreativität um mich herum umgehe.

Inspiration

Und genau das war der Schlüssel: Inspiration und wie ich sie für mich richtig kanalisiere, sodass sie letztlich in Kreativität mündet und nicht in Frustration. Inspiration finde ich nahezu überall, ich muss nur achtsam sein. Meist löst das, was ich sehe, höre oder rieche (ja, auch bestimmte Gerüche inspirieren mich, z.B. Seife), ein bestimmtes Gefühl bei mir aus und meine Gedanken beginnen zu sprudeln.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die beste Inspirationsquelle das echte Leben ist. Hier wartet die Inspiration überall, zeigt sich in den unterschiedlichsten Formen und alles kann im richtigen Moment einen wahren Inspirationsschub auslösen. Aus diesem Grund trage ich auch immer ein kleines Notizbuch mit mir (ja, selbst auf der Hunderunde), damit ich meine Gedanken aufschreiben kann. Manches Mal sprudeln die Gedanken so sehr, dass ich das, was ich in das Notizbuch schreibe, später kaum noch entziffern kann; ich habe schon Stunden damit verbracht, vor meinem Notizbuch zu sitzen und dem Rätsel meiner eigenen Schrift nachzugehen.
Aber auch online werde ich fündig und mag die diversen Inspirationsquellen, die ich im Netz so nutze. Wobei ich einschränkend sagen muss, dass ich vorsichtiger geworden bin, was den Umgang mit dieser Art der Inspiration angeht. Denn hier passiert sehr schnell eines: Ich gerate in die Vergleichsspirale. Ich weiß genau, dass mir das nicht guttut und Vergleiche meist nur zu Frustration führen (im Sinne von: der Nachbarsgarten ist irgendwie immer grüner) und mir meine eigenen Ideen letzlich klein und unbedeutend vorkommen, wenn ich mich auf diese Gedankenspirale einlasse. Also habe ich meine Einstellung zur wundertollen Onlineinspirationswelt und somit meinen Umgang damit geändert.


Kreativität

Ich hatte kurzzeitig überlegt, ob ich diesem Post folgenden Titel gebe: "Warum ich immer so lange zum Spülen brauche." Das wäre dann der merkwürdigste Titel gewesen, den ich je geschrieben hätte. Und gerade frage ich mich: Warum hätte jemand diesen Post anklicken sollen? Naja, vielleicht aus Neugier. Denn dann hättet Ihr sehen können, dass es hier nur nebenbei ums Spülen geht, wenngleich das Spülen offensichtlich sehr wichtig für meine Kreativität ist. Warum das so ist, kann ich mir nur so erklären: Spülen bedeutet für mich Entspannung (aus diesem Grund weigere ich mich auch, das Spülen einer Maschine zu überlassen) und hat schon fast etwas Meditatives für mich (klingt komisch, ist aber so). Und da Entspannung für meine Kreativität überaus förderlich zu sein scheint, kommen mir beim Spülen die besten Ideen. So entstand beispielsweise auch meine Idee zu meiner Doktorarbeit beim Spülen: Nach zwei Stunden war das Wasser zwar kalt, aber ich hatte bereits die komplette Einleitung sowie das Inhaltsverzeichnis (ohne das es schon fertigen Inhalt gab) für die Doktorarbeit geschrieben. Ich sags ja: Spülen macht mich kreativ(er).

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass es - neben dem Spülen, also Entspannung - aber auch noch drei weitere elementare "Dinge" gibt, die für meine Kreativität notwendig sind: Minimalismus, Ruhe und Zeit für mich. So bin ich beispielsweise in einem vollgestellten Raum (z.B. mein damaliges Büro, dass ich mir mit einem Kollegen teilte), einer lauten, turbulenten Umgebung und in stressigen Zeiten wenig bis gar nicht kreativ und zwinge mich auch nicht mehr dazu oder fühle mich schuldig, dass ich gerade so gar nichts Kreatives schaffe. So bin ich nun mal und das erkannt zu haben, ist ein riesengroßer Schritt in die richtige Richtung.

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