Selbstzweifel & Perfektionismus

17. August 2018

Vor einigen Monaten erhielt ich eine großartige Nachricht, die mich sehr glücklich machte. Zunächst. Dann geschah etwas, eigentlich Unbedeutendes, aber plötzlich waren sie wieder da: die alten Selbstzweifel aus der (fast schon vergessenen) Mottenkiste. Einfach so, nur wegen eines eigentlich unbedeutenden Ereignisses. Und schon war meine Freude über die Nachricht (und das was mit ihr noch folgen sollte) nahezu weg. Geblieben sind nur altbekannten Selbstzweifel.


In solchen Situationen muss ich an dieses Zitat von Suzy Kassem denken: 

"Doubt kills more dreams than failure ever will."

Etwas, das auf mich wirklich zutrifft. Ich zerdenke Dinge oft und konzentriere mich auf noch so kleine Misserfolge, auf noch so kleine Fehler, die eigentlich keine große Sache sind, statt mich auf die Erfolge zu konzentrieren, auf das, was ich bisher geschafft habe und auf das, was ich kann. Ganz unverhofft stehen sie dann plötzlich riesengroß vor mir: die Selbstzweifel. Die, die alles in Frage stellen, meinen Blick für die Realität vernebeln und mir leise, aber kontinuierlich zuflüstern, dass es doch besser wäre, gleich aufzugeben, da sowieso keine Chance auf Erfolg besteht. 

Ich frage mich in solchen Situationen immer, woher diese Selbstzweifel so urplötzlich kommen. Und schaue ich mir diese Selbstzweifel dann genauer an, so erkenne ich schnell: Im Grunde sind sie nur eine Verkleidung für meinen Perfektionismus. "Wenn es nicht perfekt wird, dann lass es gleich.", flüstert eine leise, aber penetrante Stimme mir zu und das in Dauerschleife. Das klingt jetzt nach einem schrecklichen Zwang, aber so habe ich es früher nie gesehen. Damals habe ich Perfektion als Selbstverständlichkeit angesehen. Sie war nichts Unrealistisches, etwas, das man nicht erreichen kann, sondern Grundvoraussetzung, ein Dauerzustand eben. Kein großer Zwang steckte dahinter, es war einfach meine Grundeinstellung.
In diesem binären Denksystem war ich jahrelang "gefangen" und habe nie darüber nachgedacht, da mir dieses System vertraut war und ich mich darin zurechtfand. Ich habe es bis zu einem gewissen Zeitpunkt nie in Frage gestellt oder mich unwohl gefühlt. Aber dann kam die Zeit meines (inneren) Umbruchs (darüber habe ich z.B. HIER geschrieben) und ich spürte, dass dieses System für mich auf Dauer nicht gesund war und ich brach aus.
Es dauerte eine Weile, aber ich habe verstanden, dass Perfektion in der Form, nach der ich strebte und somit lebte, nicht existiert und demnach auch niemals erreicht werden kann. Alles, was sich auf dem Weg zu diesem unerreichbaren Zustand anhäuft, sind Frustration und ungesunde Selbstzweifel. Ich habe erkannt, dass es zwei Arten von Selbstzweifel gibt: Die einen, die aus dem Perfektionsdenken stammen und destruktiv sind, und die anderen, die eher auf normaler Unsicherheit und Reflektionsvermögen beruhen und letztlich konstruktiv sind. Die Unterscheidung fällt nur eben manchmal - wie vor ein paar Monaten - auch heute noch schwer.



Auch wenn ich es heute besser weiß - Perfektionismus in dieser Form ist ein ungesundes Konstrukt, das mir das Leben nur schwer macht -, bis heute wurzelt dieses System in mir und hin und wieder blitzt es nochmal auf und ich tappe wieder in die Perfektionismusfalle. Aber alles, was für mich zählt ist, dass ich heute in der Lage bin, mich nicht von diesen Gedanken leiten und dauerhaft beeinflussen zu lassen, dass ich heute den Unterschied zwischen den beiden Arten von Selbstzweifeln kenne und genau aus diesem Grund genauer hinschaue, wenn "es" wieder passiert.
So ist es eben hin und wieder einmal und es ist in solchen Fällen an mir, meinen Blick für die Realtität wiederfinden. Ich habe für mich über die Jahre erkannt, dass es mir hilft "einfach zu machen" und wenig(er) darüber nachzudenken. Und dass eine gewisse Portion von "Leichtigkeit" mehr als hilfreich ist, wenn mal wieder der Perfektionismus nach mir greift.

All das übetragen auf meinen Perfektionismusgedanken und meine destruktiven Selbstzweifel ganz allgemein ausgedrückt:

Meine innere Einstellung entscheidet über die Qualität meines Lebens.

Ich muss nur achtsam mit mir umgehen und mich immer wieder daran erinnern.


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