10. Oktober 2018

Den Kopf entrümpeln

Als wir umgezogen sind, habe ich rigoros entrümpelt. Nichts sollte mit in unser neues Zuhause, was wir nicht mehr wollten, brauchten und was einfach nicht mehr zu unserem Leben passte. So kamen unzählige Kisten mit Dingen zusammen, die wir gespendet oder entsorgt haben. Wir sind quasi mit leichtem Gepäck in unser neues Leben gestartet und es hat sich unfassbar gut angefühlt und vor allem auch befreiend.
Ich habe mir damals vorgenommen, dass ich es erst gar nicht mehr so weit kommen lasse, dass sich so viel Überflüssiges ansammelt. Und an dieses "Versprechen", das ich mir selbst gegeben habe, halte ich mich: Mein Kaufverhalten hat sich geändert (darüber habe ich HIER geschrieben) und alle vier Monate gehe ich durch jedes Zimmer und schaue nach, ob sich nicht doch etwas "eingeschlichen" hat. Mittlerweile fällt mir dieses quartalsmäßige Entrümpeln richtig leicht. Doch es hat mich auch nachdenklich werden lassen: 

Warum fällt es mir so leicht, überflüssige, nutzlose Dinge so einfach zu entsorgen, ohne groß darüber nachzudenken, wenn es mir gleichzeitig so schwerfällt, meinen Kopf zu entrümpeln? Warum kann ich mich nicht ebenso leicht von negativen Gedankenmustern, Selbstzweifeln und Co. befreien, die mir nichts bringen und mir das Leben nur schwerer machen?

 

Wie entrümpelt man denn überhaupt den Kopf?

Natürlich weiß ich, dass es einfacher ist, einen alten Toaster zu entsorgen (vor allem, wenn man sowieso nie Toast isst), als jahrelang gewachsene Selbstzweifel einfach loszulassen. Aber dennoch: Es muss doch möglich sein! Also habe ich vor einiger Zeit damit begonnen, mich intensiver mit der Entrümpelung meines Kopfes - oder Gefühlslebens, wie man es auch nennen mag - zu beschäftigen. Und genau wie beim Entrümpeln meines Zuhauses, habe ich erst einmal genau hingesehen, mich mit mir selbst beschäftigt und das, was mir wichtig ist, und anschließend alles identifiziert, was ich entsorgen möchte.

Meine Kopf-entrümpeln-Liste (Auszug):

  • Perfektionismus ablegen: Nicht immer 100% geben, sondern sinnvoll mit den eigenen Kräften haushalten und lernen, dass "gut genug" auch genügt. Und mich auch nicht mehr für alles und jeden verantwortlich fühlen; ich bin nicht dazu da, die Probleme anderer für sie zu lösen. 
  • Energievampire und negative Menschen loslassen: Menschen konsequent aus meinem Leben streichen, die ständig alles nur schwarz sehen, die für jede Lösung ein weiteres Problem finden und erst dann zufrieden sind, wenn man nach einem Gespräch mit ihnen selbst niedergeschlagen und gereizt ist.
  • die Vergangenheit ruhenlassen: Die Vergangenheit ist vergangen, ich kann sie nicht mehr ändern. Also ist es unnötige Zeit- und Energieverschwendung, wenn ich ständig mit meinen Gedanken in der Vergangenheit verharre, Ereignisse, Fehler und Gesagtes wieder und wieder in meinem Kopf noch einmal erlebe. Aus der Vergangenheit lernen, aber sie nicht immer und immer wieder durchleben.
  • Negative "Wahrheiten" prüfen: In meinem Post Glaub nicht alles, was Du denkst habe ich bereits darüber geschrieben, dass ich meinen Gedanken zu viel Glauben schenke und Wahrheiten zu erkennen glaube, die eigentlich keine sind. Diese negativen "Wahrheiten" setzen sich in meinem Kopf fest und engen mich ein. Also künftig weiterhin genauer hinsehen und sie hinterfragen.
  • Weniger werten und (ver)urteilen: Damit meine ich nicht nur mein Urteil über andere, sondern vor allem auch die harten Urteile, die ich über mich fälle. Andere und mich selbst so akzeptieren, wie wir nunmal sind und nicht alles ständig bewerten.
  • Schluss mit endlosen Gedankenspielen: Mich vom Konjunktiv und somit von überflüssigen Gedankenspielen (was wäre wenn...) verabschieden und stattdessen der Gegenwart meine Aufmerksamkeit schenken. Weniger denken, mehr handeln.

Hauptsache, man legt los

Mir ist vollkommen klar, dass den Kopf zu entrümpeln Zeit und Geduld benötigt und sicherlich auch einiges nicht so leicht loszulassen ist wie erhofft. Aber hier denke ich genauso wie bei anderen Dingen in meinem Leben auch: Ich mache das jetzt einfach und schaue, was draus wird. Und ich werde hier darüber schreiben...


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